Gemeinsam stärker:
Warum die Fusion zweier Genossenschaften ein Gewinn für alle ist
Der Wohnungsmarkt befindet sich im Wandel und mit ihm die Anforderungen an Wohnungsunternehmen. Steigende Baukosten, ehrgeizige Klimaziele, demografische Veränderungen und ein zunehmender Fachkräftemangel stellen insbesondere kleinere Wohnungsgenossenschaften vor große Herausforderungen.
Vor diesem Hintergrund haben sich die Baugenossenschaft Selbsthilfe eG Nürnberg und die Baugenossenschaft Spalt e.G. entschieden, einen gemeinsamen Weg in die Zukunft zu gehen.
Zwei Genossenschaften – ein gemeinsames Ziel
Die Baugenossenschaft Spalt e.G. blickt auf eine lange Tradition zurück: Seit ihrer Gründung im Jahr 1948 steht sie für sicheres, soziales und gemeinschaftliches Wohnen. Mit 32 Wohnungen in drei Wohnhäusern und 78 Mitgliedern ist sie jedoch eine sehr kleine Organisation, die bislang vollständig ehrenamtlich geführt wurde.
Dem gegenüber steht die Baugenossenschaft Selbsthilfe eG in Nürnberg mit über 3.000 Wohnungen in mehr als 360 Häusern – eine weit über 100 Jahre etablierte und leistungsfähige Genossenschaft mit professionellen Strukturen.
Was beide eint, ist ihr genossenschaftlicher Auftrag: die sichere, sozial verantwortbare und nachhaltige Versorgung ihrer Mitglieder mit Wohnraum.
Warum eine Fusion notwendig geworden ist
Viele kleine Genossenschaften stehen heute vor ähnlichen Problemen wie die Baugenossenschaft Spalt e.G.: Die ehrenamtliche Führung stößt zunehmend an ihre Grenzen, insbesondere wenn es um komplexe rechtliche, technische und wirtschaftliche Anforderungen geht. Gleichzeitig wird es immer schwieriger, geeignete Nachfolgerinnen und Nachfolger für Vorstand und Aufsichtsrat zu gewinnen.
Hinzu kommen äußere Faktoren, die die gesamte Wohnungswirtschaft betreffen:
- Klimapolitische Vorgaben erfordern umfangreiche energetische Sanierungen
- Steigende Bau- und Instandhaltungskosten belasten die Budgets
- Demografischer Wandel verändert die Anforderungen an Wohnraum
- Zunehmende Bürokratie und Regulierung erhöhen den Verwaltungsaufwand
Für kleine Organisationen wird es unter diesen Bedingungen immer schwieriger, dauerhaft eigenständig und wirtschaftlich stabil zu bleiben.

Die Lösung: Gemeinsam Zukunft gestalten
Um den Wohnungsbestand in Spalt langfristig zu sichern und die Interessen der Mitglieder zu schützen, wurde gemeinsam mit dem Verband bayerischer Wohnungsunternehmen (VdW Bayern) eine nachhaltige Lösung entwickelt: die Verschmelzung mit der Baugenossenschaft Selbsthilfe eG.
Die Fusion ermöglicht es, die Stärken beider Genossenschaften zu bündeln. Während die Baugenossenschaft Spalt e.G. ihre gewachsene Gemeinschaft und ihren Bestand einbringt, stellt die Baugenossenschaft Selbsthilfe eG professionelle Strukturen, Erfahrung und wirtschaftliche Stabilität zur
Verfügung.

Was bedeutet das konkret für die Mitglieder?
Für die Mitglieder der Baugenossenschaft Spalt e.G. ist die wichtigste Nachricht:
Alles, was ihnen wichtig ist, bleibt erhalten.
- Die Mitgliedschaft wird vollständig übernommen
- Die Wohnungen bleiben genossenschaftliches Eigentum
- Mietverträge bleiben unverändert – es entstehen keine Mieterhöhungen durch die Fusion
- Service, Betreuung und Erreichbarkeit bleiben bestehen
Gleichzeitig profitieren die Mitglieder von den Vorteilen einer größeren Organisation:
- Professionelle Verwaltung und technische Betreuung
- Langfristige Sicherung von Instandhaltung und Modernisierung
- Größere wirtschaftliche Stabilität
- Zugang zu einem breiteren Netzwerk und mehr Know-how
Auch für die Mitglieder der Baugenossenschaft Selbsthilfe eG ergeben sich Vorteile:
Durch die Fusion wächst die Genossenschaft weiter, stärkt ihre regionale Präsenz und kann Synergien besser nutzen.
Eine größere Genossenschaft ist mehr als die Summe ihrer Teile. Sie schafft neue Möglichkeiten:
- Effizienzgewinne durch gebündelte Einkaufs- und Verwaltungsprozesse
- Bessere Finanzierungsmöglichkeiten für Investitionen
- Stärkere Verhandlungsposition gegenüber Dienstleistern und Partnern
- Mehr Handlungsspielraum bei Modernisierung und Neubau
- Stabilität und Sicherheit für alle Mitglieder
Gerade im Hinblick auf die notwendigen Investitionen in den Klimaschutz ist diese Stärke entscheidend. Energetische Sanierungen erfordern hohe finanzielle Mittel und langfristige Planung – beides lässt sich in größeren Strukturen besser realisieren.
Ein Schritt mit Weitblick
Die geplante Verschmelzung erfolgt – vorbehaltlich der Zustimmung der Mitglieder – rückwirkend zum – 1. Januar 2026. Sie ist kein kurzfristiger Schritt, sondern eine strategische Entscheidung, mit Blick auf die kommenden Jahrzehnte. Denn eines ist klar: Die Anforderungen an die Wohnungswirtschaft werden weiter steigen. Umso wichtiger ist es, frühzeitig die richtigen Weichen zu stellen.
Fazit: Bewährtes bewahren, Zukunft sichern
Die Fusion der beiden Genossenschaften verbindet Tradition mit Zukunftsfähigkeit. Sie sichert den Wohnraum in Spalt, stärkt die Baugenossenschaft Selbsthilfe eG und schafft eine stabile Grundlage für kommende Generationen. Oder anders gesagt: Gemeinsam lässt sich mehr erreichen – für sicheres, bezahlbares und nachhaltiges Wohnen.
